Hast du Angst, die alten Geschichten aufzurollen?

 

Anne Arthur 

 

 

Es geht dir nicht gut. Die Erinnerung verbrennt dein Herz, deine Seele weint. Oder? Viele Frauen und Männer haben Angst davor, den Schmerz in ihrem Herzen genauer zu betrachten. Angst, sich noch einmal verletzt und verraten zu fühlen. Angst, verurteilt zu werden.

 

Die Teammitglieder von Rachels Weinberg  verstehen das sehr gut. Viele haben ähnliche Gefühle durchlebt. Was sie aber auch erlebt haben, sind der Frieden und die Heilung, die sich nach einem Heilungs-Wochenende in ihnen ausgebreitet haben.

 

Abtreibungsfolgen

 

Ein Thema was die einen für einen Mythos halten, während die anderen sich tagtäglich damit konfrontiert sehen. Eine Entscheidung zur Abtreibung wird selten leichtfertig getroffen. Tatsache ist jedoch, dass die Mehrzahl der Frauen, die diesen Weg gehen, es nicht unbedingt aus freiem Willen tun. „Freie Entscheidung“ ist im Zusammenhang mit Abtreibung ein Begriff, der alles andere als ‚freie Wahl‘ ist. Druck vom Partner. Druck von den Eltern: „Kind, das schaffst du doch nicht.“ Karriere-Druck. Druck vom Arbeitgeber, so subtil dieser auch ausgeübt sein mag. Druck durch Lebensumstände, Krankheit, einen nicht zu überwältigenden Schuldenberg. Druck durch Armut, oder ein vermeintliches Erreichen der Leistungsgrenze, weil Haushalt, Job, Kinder, Ehemann oder Pflege für die eigenen Eltern erheblichen Stress aufbauen. Und dann sind da die sexuell ausgebeuteten Frauen, die von einem Mann zur Abtreibung getrieben werden. Manchmal mit massiven Drohungen oder extremer Gewalt. Zur Abtreibung gezwungene Missbrauchsopfer empfinden die Abtreibung oft genauso schlimm, oder sogar schlimmer, als den Missbrauch selbst. „Es ist, als ob ich ein zweites Mal von meinem Onkel vergewaltigt wurde“, erzählt Janine* (Name zum Schutz geändert). „Er hat mir massiv gedroht, wenn ich sagte, dass es sein Kind ist. Daher habe ich so getan, als ob ich nicht wüsste, wer der Vater ist.“

 

 


 

Für Eltern besonders tragisch ist die Diagnose, dass ihr Ungeborenes eine Behinderung hat. Schlägt der behandelnde Arzt eine Abtreibung nicht nur vor, sondern drängt förmlich darauf, legt er den Grundstein für posttraumatischen Stress. Je stärker der Kinderwunsch und die bereits erfolgte Bindung an das Ungeborene, desto fürchterlicher der Gedanke, es abzutreiben. Dennoch lassen sich viele Frauen und Ehepaare darauf ein. Oft unter Zeitdruck, ohne alle Möglichkeiten ausdiskutiert zu haben.

 

 

Psychisches Leid kann eine Zeitbombe sein

 

 

Anhaltende Erleichterung nach Abbruch? Das kommt eher selten vor. Gewiss, am Anfang mag es eine Erleichterung sein, dass „das Problem“ gelöst zu sein scheint. Das Abtreibungserlebnis selbst hinterlässt jedoch in vielen Frauen und Männern tiefe Spuren.

 

Ja, auch Männer betrauen den Verlust ihres Kindes. Oft mit Zeitverzögerung. Manch ein Mann, der auf Abbruch gedrängt oder sich leichtfertig aus dem Staube gemacht hatte, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, wird von Reue und Trauer befallen, wenn er in späteren Jahren erneut Vater wird. Die Erkenntnis „ich hatte noch ein anderes Kind“ wird plötzlich zum Faktor für Unruhe, löst Reue aus und geht bis zum Erleiden von Depression. Regis, ein Mitarbeiter im Team von Rachels Weinberg erklärt: „Bis vor gar nicht so langer Zeit dachten viele Männer, dass sie gar kein Recht hätten, eine Abtreibung zu betrauern, geschweige denn, dafür Heilung zu suchen. Es ist für Männer viel schwieriger, sich darüber klar zu werden, wie dieses Ereignis sie verletzt haben könnte. Männer tendieren dazu, Schmerz und Kummer in sich zu vergraben. Er taucht jedoch in ihrem Lebensverlauf oftmals in destruktiver Weise wieder auf. Die meisten Männer erkennen nicht, dass ihre Wutausbrüche, Depressionen, Beziehungsprobleme oder Drogenmissbrauch mit einer früheren Abtreibung zu tun haben könnten.“

 

Abtreibungsfolgen bei Frauen sehen ähnlich aus. Der eigentliche Geburtstermin des Babys, Muttertag, Weihnachten, eine schwangere Kollegin, Kindergeburtstage bei Freunden, ein unerfüllter Kinderwunsch in späteren Jahren können Auslöser für tiefe Trauer darstellen. Manche Symptome treten erst nach 10, 20, 30 und mehr Jahren zutage. Oft erkennt eine Frau erst im Nachhinein, dass die Esssucht, Depressionen, Wutanfälle, Panikattacken, Medikamenten- oder Drogensucht, Selbstmordgedanken ihren Ursprung im Abtreibungserlebnis hatten. Je stärker der (heimliche) Kindeswunsch war, je mehr sie durch Andere zum Abbruch gedrängt wurde, desto schwieriger der Umgang mit den psychischen, emotionalen und spirituellen Folgen.

 

Das, wozu alle anderen leichtfertig drängten: „Ach, mach’s doch, ist doch noch nichts. Ist doch ganz einfach, danach bist du das Problem los“, und die behaupteten, niemand käme dabei zu Schaden, steht nun im Mittelpunkt des Unterbewusstseins der Betroffenen. Oder ist der Grund für Verdrängungsstrategien, die das tägliche Leben erschweren. Und die, die damals drängten, winken heute gleichmütig ab, „Ach was, komm endlich mal drüber weg. Das Leben geht weiter“. Nichts steht dem ferner, denn die Frau fühlt sich steckengeblieben in ihrem Leid und findet ohne Hilfe meist nicht heraus.

 

Aus der Erkenntnis, dass diese Frauen und Männer Hilfe benötigten, entstand die internationale Organisation Rachels Weinberg (Rachel’s Vineyard). Sicherlich nicht der einzige Dienst, der sich dieses Themas annimmt. Aber mit Sicherheit die am weitesten verbreitete Heilmethode, die mittlerweile in 80 Ländern und 33 Sprachen arbeitet. (siehe Info Kasten)

 

 

Fasse Mut, es gibt einfühlsame Hilfe bei der Aufarbeitung deines Abtreibungstraumas

 

 

Ehrenamtliche, die sich der Hilfe von Abtreibungsopfern verschrieben haben und Verständnis und Offenheit für den Lebensweg Betroffener aufbringen, stehen diesen bei, das Erlebte zu überwinden, Trauerarbeit zu leisten und neue Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. Das Schlüsselwort ist Akzeptanz. Rachels Weinberg ist zwar im christlichen Rahmen tätig, akzeptiert jedoch vorurteilsfrei und offen Frauen, Männer, Paare jeden Alters, jeglicher Glaubensrichtung, oder auch solche ohne Glauben. Nicht nur Mütter und Väter abgetriebener Kinder brauchen Beistand bei der Trauerarbeit.

 

Oft wird vergessen, dass Großeltern und Geschwister ebenso betroffen sind. Was würdest du empfinden, wenn du erfährst, dass dein Geschwisterchen abgetrieben wurde? Für viele bedeutet das die Infragestellung der eigenen Identität. „Warum durfte ich leben, mein Bruder, meine Schwester aber nicht?“ „Wie konnte meine Mutter nur?“ „Warum hat man mir mein Enkelkind weggenommen, das einzige, was ich je haben konnte“? Das sind Fragen, die die Rachels Weinberg  Teams immer wieder hören und gut nachvollziehen können. Denn die meisten der hier Tätigen waren selbst betroffen. Sie haben gelitten, Heilung erfahren, und wollen diese nun an diejenigen weitergeben, die traumatisiert und verzweifelt vor sich hin leiden.

 

Angst vor den alten Geschichten? Unsere Einladung an Betroffene: „Wir würden dir gern für ein Wochenende heilsamer Einkehr zur Seite zu stehen“.

 

Nächste Einkehrwochenenden in Österreich:

 

4.-6. Mai 2018, Wien

8.-10. Juni 2018, Steiermark

19.-21. Oktober 2018, Wien

 

Tel. Anmeldung: +43 (1) 408 6288 40

 

Email: tarinska73@yahoo.com

 

Info: Anne Arthur ist Executive Director von Rachels Weinberg in Deutschland und Österreich. Rachels Weinberg, gegründet im Jahre 1986 von Dr. Theresa Burke als Rachel’s Vineyard in den USA, ist eine international arbeitende Organisation zur Heilung von Abtreibungsfolgen. Eine Methode, die bereits in über 80 Ländern und 33 Sprachen Anwendung findet. Weitere Info unter www.rachelsvineyard.org oder www.rachelsweinberg.de

 

Quellen: Interviews der Teilnehmer und Mitarbeiter von Rachels Weinberg.
Forbidden Grief: The Unspoken Pain of Abortion von Dr. Theresa Burke. Buch in englischer Sprache, Erstveröffentlichung 2002, ISBN: 9780964895799.
Studien zu Abtreibungsfolgen (in englischer Sprache): http://www.afterabortion.org/reasmor.html

 

 

 


„Ich bete, daß alle, die an Rachels Weinberg im Bestreben teilnehmen, von Jesus befreit undgeheilt zu werden, ihn finden mögen. Mögen sie Gott erlauben, ihre Ganzheit undFröhlichkeit wiederherzustellen.“ - Mutter Teresa über RW

 

Termine:


16.-18. Februar 2018, Wien

20.-22. April 2018, Steiermark
4.-6. Mai 2018, Wien

8.-10. Juni 2018, Steiermark
19.-21. Oktober 2018, Wien


Kontakt: tarinska73@yahoo.com, Tel: 0677 6208 2796