Abtreibung

Schwangerschaftsabbruch

 

Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich strafbar, aber in Ausnahmefällen straffrei. Du hast ein Recht auf eine  ausführliche ärztliche Beratung über die Risiken eines Schwangerschaftsabbruchs. Wir beraten dich auch über andere Möglichkeiten. Strafrechtlich sieht es kurz gesagt so aus:


Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs

Der Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich seit 1.1.1975 im Strafgesetzbuch (§§ 96-98 StGB) neu geregelt. Sowohl der Schwangerschaftsabbruch mit Einwilligung der Schwangeren als auch der ohne Einwilligung der Schwangeren werden bestraft (§ 98 StGB), wobei dessen Durchführung durch einen Nicht-Arzt das Strafmaß erhöht (§ 96 StGB StGB).

Ausnahmen


Nach § 97 StGB ist der Schwangerschaftsabbruch nur dann straflos, wenn einer von drei Fällen gegeben ist:

1. Wenn innerhalb der ersten drei Monate nach Schwangerschaftsbeginn nach voriger ärztlicher Beratung durch einem Arzt abgetrieben wird.
2. Wenn die Schwangere aus einer ernsten Lebens- oder Gesundheitsgefährdung zu retten ist oder eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt ist oder die Schwangere zur Zeit der Empfängnis des Kindes unter 14 Jahre alt war und in diesen Situationen immer ein Arzt den Schwangerschaftsabbruch durchführt.
3. Wenn die Schwangere aus akuter Lebensgefahr (auch ohne Arzt) gerettet werden muss und dabei das Kind nicht gerettet werden kann.

Gewissensfreiheit

Kein Arzt oder sonstiges medizinisches Personal muss einen Schwangerschaftsabbruch durchführen oder daran mitzuwirken, es sei denn, dass akute Lebensgefahr für Frau besteht (§ 97 Abs. 2 StGB). Denn vollständigen Text findest du hier:

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp Gesetzesnummer= 10002296


Zum Schutz der Gesundheit und des Lebens von Müttern und Kindern ist es notwendig, dass im Strafgesetzbuch klare Grenzen stehen. Diese Regelungen haben leider diese Aufgabe nur teilweise erfüllt und der Gesellschaft nach mehr als 40 Jahren nur wenig Orientierung gegeben. Vieles bleibt unklar: Sollen Schwangere nicht auch von Therapeuten beraten werden, bevor sie sich so einem Risiko aussetzen? Sind Menschen mit Behinderungen nicht gleich viel wert wie alle anderen? Warum sollen Mütter, die bei der Empfängnis unter 14 waren, automatisch bis zur Geburt abtreiben lassen? Warum gibt es in Österreich noch immer keine Statistiken, wie viele Frauen im Jahr einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen und warum? Eines ist klar: Schwangere und Mütter brauchen schnell und umfassend viel Unterstützung. Du musst keinem Schwangerschaftsabbruch zustimmen, ohne dich genau informieren zu können. Vielleicht sind andere Alternativen besser. Du kannst gerne mit uns über alles reden.