Stellungnahme der Österreichischen Lebensbewegung
3.9.2009 – Ehrung einer Abtreibungsklinik durch Bürgermeister Häupl
Bürgermeister Häupl ehrte das Ambulatorium pro:woman am Fleischmarkt für seine „Pionierarbeit im Dienste der Frauen“.
Auch wir begrüßen es, dass Frauen nicht mehr dazu verurteilt sind, auf schmutzigen Küchentischen unter den Händen eines Pfuschers oder einer Engelmacherin zu verbluten, denn wir achten und schützen das menschliche Leben.
Dennoch darf man keinesfalls übersehen, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch stirbt – nämlich das ungeborene Kind! Diese Tatsache wird gern verleugnet und durch beschönigende Ausdrücke wie "Entfernung von fötalem Gewebe", "Schwangerschaftsunterbrechung" etc. verschleiert. Genau hierin hat pro:woman wahrlich Pionierarbeit geleistet – dahingehend, dass Abtreibung mittlerweile von weiten Teilen der Bevölkerung als "normal", "legal" (was nicht stimmt!) oder sogar als "Errungenschaft" empfunden wird. Und deswegen wird bereits ein (geschätztes) Drittel unserer Babys bereits im Mutterleib getötet, unzählige Frauen seelisch verletzt und Familien zerstört (und das in Zeiten von Geburtenschwund und Bevölkerungs-Überalterung.)
Im Übrigen hat pro:woman an seinen „Diensten“ all die Jahre sehr viel Geld verdient.
Dafür eine festliche Ehrung zu zelebrieren, halten wir für zynisch und für ein Signal in die völlig falsche Richtung!
Was wir allerdings vermissen, sind konkrete Hilfsangebote, damit eine Abtreibung erst gar nicht nötig wird. Seit Jahren schon fordern wir:
• EINE STATISTIK über die Beweggründe, die zu einer Abtreibung führen – um diesen Gründen dann gezielt begegnen zu können.
• BERATUNG VOR EINER ABTREIBUNG. Um eine unvoreingenommene und objektive Beratung zu gewährleisten, darf die Beratungsstelle nicht zugleich auch die Stelle sein, die an der Abtreibung Geld verdient. Außerdem sollte eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen eingehalten werden müssen, um zu verhindern, dass eine Frau aus der momentanen Panik und Bedrängnis heraus eine Entscheidung fällt, die sie später bereut.
• EINE POSITIVE IMAGE-KAMPAGNE FÜR FAMILIEN. Das bewährte "Vater-Mutter-Kinder"-Modell wurde in den letzten Jahren vielfach als "reaktionäres Auslaufmodell" verspottet. Kinder gelten als Kosten- oder gar Störfaktor, die die Karriere, die Selbstverwirklichung und die persönliche Freiheit (oder den Egoismus?) behindern. Wer mehr als ein oder höchstens zwei Kinder hat, gerät schnell in den Ruf, ein "Sozialschmarotzer" zu sein. Es ist höchste Zeit für die Botschaft, wie viel Glück und Erfüllung das Aufziehen von Kindern und eine hingebungsvolle Partnerschaft bringen! Es ist höchste Zeit, dass Kinder wieder in der Geborgenheit einer stabilen Familie aufwachsen dürfen! Es ist höchste Zeit, anzuerkennen, welch wichtiger Dienst Kindererziehung für die Zukunft Europas ist!
• GERECHTE FINANZIELLE FÖRDERUNG FÜR FAMILIEN : Steuer-Splitting, mehr Unterstützung für Alleinerzieher/innen und die Möglichkeit, Kinder zumindest in den ersten drei Jahren zu Hause zu betreuen.
Familien sind das Grundgerüst jeden Staates, und Abtreibung ist nie eine gute Lösung!
Wien, 4. September 2009
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